Pfullendorfer Altstadthäuser
Salzgasse 5
Dieses sehr bemerkenswerte Haus entstand im Jahre 1700, wie die im Türsturz befindliche Jahreszahl bezeugt. Es wurde aber damals nicht einfach als Neubau errichtet, sondern entstand durch Zusammenlegung von zwei ehemaligen, wesentlich älteren Häusern. Insbesondere der gassenabwärts gelegene Hausteil stammt in seinen Fundamenten noch aus dem 14. Jahrhundert. Bei der Zusammenlegung der Häuser wurde das zwischen ihnen liegende Brandgässchen überbaut und auf diese Weise zum Treppenhaus umgewandelt.
Im zweiten Gebäudeteil befand sich lange das reichsstädtische Pfullendorfer Salzkontor, also das Salzlager der Stadt - daher auch der Name Salzgasse.
Salz war in früheren Zeiten sehr kostbar und wurde oft auch "weißes Gold" genannt. Damit war auch der Salzhandel sehr lukrativ. Dieser wurde im' Südwesten und somit auch in Pfullendorf von den Zisterziensern des Klosters Salem betrieben. Das Kloster besaß sogar eine eigene Salzgrube bei Hallein. Die sogenannte "Salmannsweiler Salzscheibe" als gängige Handelsware ist in den Zolltarifen bis Mitte des 15. Jahrhunderts zu finden.

