Pfullendorfer Altstadthäuser
Heiligenberger Straße 6
Dieses Haus stammt aus dem Jahre 1908. Der Vorgängerbau wurde nach der Schätzung von 1842 wohl im Jahre 1762 errichtet. Damals hieß die Straße noch Gebsengasse, da sie unmittelbar zum sogenannten Gebsentor führte, einem der vier Pfullendorfer Stadttore.
Hier wohnte von 1814 bis zu seinem Tod im Jahre 1850 der aus der Webergasse hergezogene Webermeister Johann Georg Heilig, der sich als Stadtchronist einen Namen gemacht hat.
In diesem Haus wurde 1817 als fünfzehntes und letztes Kind der Familie Heilig deren Sohn Konrad Heilig geboren, der nach seiner Ausbildung zum Barbier zur großherzoglich-badischen Artillerie ging und dort bald Karriere machte. Die Wirren der Revolution von 1848/49 sahen ihn als Kommandanten der Festungsartillerie der Festung Rastatt. Als entschiedener Befürworter der Revolution war er gegen die Übergabe der Festung an die preußischen Belagerer.
Nach der Kapitulation der Festung wurde er vor einem Standgericht mit 18 anderen Revolutionären wegen "Treuebruch und Hochverrat" verurteilt und am 11. August 1849 im Alter von 32 Jahren standrechtlich erschossen.

