Pfullendorfer Altstadthäuser
Am alten Spital 8
An dieser Stelle befand sich bis 1707 eine spitälische Hofstatt. 1708 bewilligte die Stadt dem Herrn Spitalpfleger Franz Jakob Rogg 30 Eichen zum Bau dieses prachtvollen hochgiebeligen Fachwerkhauses. Rogg war 1703 aus Sigmaringen nach Pfullendorf gekommen, um die Verwaltung des Spitals zu übernehmen. Er und seine Frau, die Pfullendorfer Glasertochter Agatha Winter hatten zusammen sieben Kinder. Der berühmteste und für die Stadt Pfullendorf wohl wichtigste Sohn aus dieser Familie war zweifellos Franz Andreas Rogg, der am 29. November 1712 hier geboren wurde.
Nach seiner Ausbildung am Priesterseminar in Meersburg wirkte Franz Andreas Rogg zeitlebens als Geistlicher in seiner Heimatstadt - und trotz der damals vielfältigen und zeitintensiven Aufgaben fand er noch die Gelegenheit, seiner großen Leidenschaft nachzugehen: Forschungen in der Stadtgeschichte. Ihm verdankt Pfullendorf zwei umfangreiche sogenannte "Chroniken", handgeschriebene Aufzeichnungen über Vergangenheit und Gegenwart seiner von ihm so sehr geschätzten Heimatstadt, beendet im Jahre 1774 unter dem Titel "Locus triumphalis".
Rogg starb am 1. Februar 1777 und wurde auf dem Friedhof hinter der St. Leonhardskapelle begraben. In der Kapelle befindet sich noch eine gut erhaltene Totentafel mit seinem Abbild.
Das Haus wechselte mehrfach die Besitzer und wurde 1988 grundlegend renoviert.

