Kontrast

Pfullendorfer Altstadthäuser

Am alten Spital 1

Dieser Gebäudekomplex beherbergte einst das für die Stadt Pfullendorf so wichtige "Gotteshaus" - oder auch "Heilig-Geist-Spital". Sein Abzeichen ist das Patriarchen oder Spitalkreuz von Jerusalem mit seinen zwei Querbalken.

Bemerkenswerterweise gibt es in Pfullendorf auch noch den Begriff "Der Spital" – dieser bezeichnet im Unterschied zur Institution in der Stadt die Gesamtheit des spitälischen Grundbesitzes in und um die Stadt

Das Spital bestand aus dem eigentlichen Spitalgebäude, einem Häuserkomplex mit geknickter Längsfront, die Richtung Rathaus weist und aus drei Scheuern, die zum Marktplatz und zur Winkelgasse hin zeigen.

Die erste urkundliche Erwähnung des Pfullendorfer Spitals stammt aus dem Jahre 1257, es darf aber davon ausgegangen werden, dass die Einrichtung schon zur Zeit der Stadterhebung im Jahre 1220 bestanden hat. Einem Brand im Jahre 1285 folgte ein Spendenaufruf zum Wiederaufbau. Einem der damaligen Bettelbriefe ist eine Liste der Aufgaben des Spitals zu entnehmen: Versorgung der Armen und von Kranken in der Stadt, ebenfalls von Waisenkindern, Kindern armer Familien und armen Wöchnerinnen. Ab dem 17. Jahrhundert konnten sich wohlhabende alte Menschen als Pfründner ins Spital bis zum Lebensende einkaufen.

Hierdurch, sowie durch Zukäufe, Schenkungen, Stiftungen und Erbschaften wurde das Pfullendorfer Spital zu einem der reichsten Spitäler Süddeutschlands und war von herausragender ökonomischer, sozialer und politischer Bedeutung bis zum 19. Jahrhundert. Als wichtiger Wirtschaftsfaktor, wichtigste soziale Einrichtung und größter Arbeitgeber wurde das Spital zur "Geldschatulle der Stadt", das ein Vielfaches der städtischen Einnahmen jedes Jahr erwirtschaftete. Der Spital bezahlte dem Stadtrat nicht nur seine Ratstrünke und übernahm nicht nur die komplette Sozialfürsorge, sondern ermöglichte über den Spitalfonds der Stadt auch mancherlei Investitionen, die sie aus eigener Kraft nicht hätte leisten können.

Nach 1870 bestimmte das Großherzogtum Baden, dass Wohlfahrtspflege Staatsangelegenheit sei und entriss die Spitalstiftung dem kirchlichen Eigentümer. Seither gehört die Heilig-Geist-Spitalstiftung mit all ihren Gütern der Stadt.

1847 wurde die ehemalige Brauerei des Spitals zu einem Gasthaus mit Brauerei "zum Koloss", ab 1871 nur noch Gasthaus "Zum Deutschen Kaiser".

Haus Am Alten Spital 1
Haus Am Alten Spital 1

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