Pfullendorfer Altstadthäuser
Metzgergasse 2
In diesem Haus von 1732 befand sich einst das Zunfthaus der Metzger und die sogenannte Stadtmetzig – so wurde das Schlachthaus genannt, das sich im unteren Stock des Hauses befand.
Im hohen Mittelalter entstanden in den Städten sogenannte Zünfte – Zusammenschlüsse von Handwerkern zur Wahrung gemeinsamer Interessen und zur Regelung von Löhnen, Preisen, Absatzmengen und Rohstofflieferungen bis hin zur Versorgung von Witwen.
In Pfullendorf etablierte sich bereits 1383 eine sogenannte Zunftverfassung in der Stadt, die mit einer kurzen Unterbrechung bis 1803 bestand. Eine Besonderheit dieser Verfassung war, dass alle Bürger Mitglied einer Zunft sein mussten, es aber offiziell nur sechs Zünfte gab, nämlich die der häufigsten Handwerksberufe: Bäcker, Metzger, Schuhmacher, Weber, Schneider und die sogenannten Maier – die Bauern. Alle anderen Berufsgruppen mussten in diese sechs Zünfte eintreten, selbst die "Müßiggänger", also Bürger ohne Handwerksberufe wie z.B. Händler oder Patrizier. Diese Zünfte hatten in der Stadt verteilt ihre jeweiligen Zunfthäuser – dort hielten sie ihre Zunftversammlungen ab und wählten ihre Zunftmeister, die neben Bürgermeister und 11 weiteren Bürgern den "kleinen Rat" der Stadt bildeten – die eigentliche Stadtregierung.
Sein heutiges Aussehen verdankt dieses schmucke Haus dem Metzgermeister Otto Waldschütz, der es 1893 erwarb und sodann umbauen und in die jetzige Form bringen ließ.

