Pfullendorfer Altstadthäuser
Hauptstraße 19
In diesem stattlichen Haus aus dem Jahre 1713 wohnten zwischen 1765 bis zum Ende des 19. Jahrhunderts etliche Mitglieder der angesehenen Familie Lender.
Der Urahn Mathias Lender war nach dem Ende des 30-jährigen Krieges aus dem Allgäu nach Pfullendorf gekommen und hatte die Stellung des spitälischen Schweinehirten inne. Schon sein Sohn Hans Jakob hatte es als Nagelschmied zum Handwerker gebracht.
Eine große Anzahl tüchtiger Leute ging danach aus dieser Familie hervor. So haben über fünf Generationen hinweg Angehörige der Familie Lender den Mesnerdienst in der Stadt übernommen, wovon einer, genannt Jakob Mesner III, die Obliegenheiten des Mesnerdienstes in einem 178-seitigen Buch genauestens festhielt. So erfahren wir, wann und wie oft in St. Jakobus "gefirbt" und "gestaubt" werden musste, wie viele Kerzen und Blumenstöcke auf den Altar gestellt werden mussten, und wann er mit welchen der sechs Glocken zu läuten hatte.
Ab der vierten Generation finden sich unter den Lenders etliche Lehrer, der berühmteste dürfte wohl Franz Xaver Lender sein, der die heute noch existierende Heimschule Lender in Sasbach gründete und es bis zum Landtags- und Reichtagsabgeordneten brachte.
Ab Ende des 19. Jahrhunderts gibt es keine Lender mehr in Pfullendorf. Das Haus Hauptstraße 19 wurde mehrfach weiter verkauft und 1984/85 innen und außen umfassend renoviert.

