Pfullendorfer Altstadthäuser
Museumsgasse 2
Dieses imposante Gebäude mit einem fast quadratischen Grundriss stammt aus dem 14. Jahrhundert. Dendrochronologische Untersuchungen des verwendeten Eichenholzes verweisen auf das Jahr 1358 – wie lange das Holz allerdings bis zum Bau des Hauses nach dem Einschlag gelagert worden war, lässt sich nicht sagen. Durch die besondere Balkenlage des Fachwerkes, das stark vorkragende dritte Stockwerk und das steile Walmdach bietet das Haus einen beeindruckenden Anblick.
Es waren wohl ritterliche Adelsherrschaften, die dieses Haus erbauen ließen und zuerst bewohnten. Ein Ritter Frick von Magenbuch und die Herren von Neubrunnen und von Humpiß sind als frühe Bewohner bekannt, ebenso der Pfullendorfer Bürger Eitelhans Thierberger.
Mitte des 17. Jahrhunderts ging das Gebäude in den Besitz der Stadt über und wurde zur Stadtkanzlei, in der bis 1829 die laufenden Verwaltungsgeschäfte abgewickelt wurden. Danach wurden die Verwaltungsangelegenheiten ins Rathaus verlegt und das Gebäude schließlich in Privatbesitz verkauft. Umfangreiche Außenrenovationen in den Jahren 1964/65 und 1987 gaben dem Haus sein heutiges Aussehen.
Ob die sich anschließende sogenannte „Herrenscheuer“ zur Stadtkanzlei gehörte, lässt sich nicht sicher feststellen, man darf jedoch annehmen, dass sie schon dereinst den adligen Herrschaften als Ökonomiegebäude gedient hatte.

