Kontrast

„Aus der Provinz in die Welt“ - Städtische Galerie Alter Löwen zeigt Retrospektive Zweier regionaler Architekten „Textiles Bauen trifft Sanfte Strukturen“

In dieser Ausstellung trifft textiles Bauen auf Sanfte Strukturen – Architektur auf Erfindergeist – stabile Konstruktionen auf beeindruckende Leichtigkeit. Eine Retrospektive, welche zwei Visionäre unserer Region beleuchtet.

Von 19. April bis 30. Juni lädt die Städtische Galerie Alter Löwen zu einer Ausstellung der besonderen Art. Die Ausstellung wird am 19. April um 11:30 eröffnet und dient als Auftakt zum verkaufsoffenen Sonntag welcher unter dem Motto „Pfullendorf denkt grün“ steht. Gewürdigt wird das Lebenswerk zweier Architekten aus Pfullendorf und Herdwangen-Schönach, die mit Ihren Arbeiten Architektur mit Transparenz und Lebendigkeit verknüpfen.

Der aus Pfullendorf stammenden Konstrukteur und Architekt Jochen Schilling, hat sein berufliches Leben der Idee des Bauens mit Textil gewidmet. In der Retrospektive werden Modelle, Skizzen, Fotografien und Projektbeispiele aus mehreren Jahrzehnten gezeigt – sie erzählen von Neugier, Erfindergeist und der Faszination für leichte, bewegliche Konstruktionen. Als einer der ersten Mitarbeiter von Frei Otto am Institut für leichte Flächentragwerke war Jochen Schilling früh an den grundlegenden Entwicklungen des textilen Bauens beteiligt. In dieser Zeit übernahm er unter anderem die Projektleitung für den Pavillon der Weltausstellung 1967 in Montreal. Später war er als Mitarbeiter der Firma Stromeyer maßgeblich am Bau des Olympiadachs in München beteiligt. Die dort gewonnenen Erfahrungen und Prinzipien von Leichtigkeit, Materialeffizienz und konstruktiver Klarheit prägten sein Werk. Ein besonderes Spezialgebiet Schillings sind wandelbare textile Dächer und Schirme – als Toldos oder zentral geraffte Konstruktionen. Diese beweglichen Bauwerke reagieren auf Klima, Nutzung und Ort und verbinden technische Präzision mit poetischer Leichtigkeit. Zahlreiche seiner Projekte entstanden für Weltausstellungen, Flughäfen, Pavillons und öffentliche Räume auf der ganzen Welt.

Mit einem ganz anderen Material hat Marcel Kalberer seine architektonischen Projekte umgesetzt. Der 2025 verstorbene Architekt aus dem Ortsteil Heggelbach der Nachbargemeinde Herdwangen-Schönach, widmete sich dem Weidenbau und schuf Weidenräume und Leichtbaukonstruktionen, aus natürlichen Materialien - Vergänglich und doch voller Vision. Gemeinsam mit Freiwilligen entstanden partizipative Baukunstaktionen, in denen Naturprinzipien spielerisch erprobt wurden. Die Ergebnisse waren grün, leicht und lebendig und bilden einen Spannungsbogen zwischen Stabilität und Architektur auf der einen Seite und Ästhetik, Ökologie und Zukunftsdenken auf der anderen. „Sanfte Strukturen“ wurde im Jahre 1973 von Marcel und Dorothea Kalberer gegründet. Heute führt die Künstlergruppe ihre Arbeit in zweiter Generation fort. Anna Kalberer, Peedy Evacic und Bernadette Mercx leiten weltweit Projekte und tragen die Idee weiter hinaus in die Welt.

Die Ausstellung „Textiles Bauen trifft Sanfte Strukturen“ bietet interessante Einblicke, in eine von Leichtigkeit, Transparenz, Mobilität und Lebendigkeit geprägter Architektur und in das Leben zweier Architekten, die vor allem mit Erfindergeist und Neugier ihre Schaffenszeit bereichert haben.

Die Retrospektive ist bis 30. Juni immer sonntags von 14- 17 Uhr geöffnet. Der Besuch von Ausstellungen in der Städtischen Galerie Alter Löwen ist wie gewohnt kostenlos. Für Gruppen ist eine Öffnung auch zu anderen Zeiten möglich. Interessierte können sich unter info@stadt-pfullendorf.de melden.

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